zurück

Einsätze 2008 - Einsatzbericht 11


Datum: 03.06.2008
Zeit: 20:29 // 20:43
Einsatzart: Wasserschaden
Einsatzort: Börßum, Hauptstraße
Bericht:
Heiningen am schlimmsten betroffen Unwetter richtet Schäden in den Samtgemeinden Schladen und Oderwald an – Wehren im Dauereinsatz

ODERWALD/SCHLADEN. Das Unwetter vom Dienstagabend hat in erster Linie in den Samtgemeinden Oderwald und Schladen für Schäden gesorgt. In Wolfenbüttel gab es nur einen Einsatz.

Rund 100 Mitglieder aus 9 der 11 Oderwald-Wehren wurden nach 20.30 Uhr alarmiert. Schwerpunkt der Einsätze war Heiningen.

Gemeindebrandmeister Hubertus Mahnkopf war zunächst nach einer Überflutung der Börßumer Hauptstraße in Höhe der Tennisplätze alarmiert worden. Hier hatte die Kanalisation die Wassermassen nicht abtransportieren können, sagte Elli Binner als zuständige Fachbereichsleiterin der Samtgemeinde.

Das Wasser hier und auf dem Sportplatz sei schnell abgeflossen. Mahnkopf erreichte nach eigenen Angaben diesen Einsatzort gar nicht erst. Er hielt am Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Heiningen an.

Schlamm und Wasser kamen über das Feld.

Hier seien in Höhe des Gebäudes über die Felder Schlamm- und Wassermassen vom Oder herunter in Richtung Bebauung geflossen. Er habe zunächst die Straße gesperrt und weitere Kräfte alarmiert.

Zwei Jugendliche, die im benachbarten Jugendzentrum gewesen seien, hätten sofort damit begonnen, Sandsäcke auszulegen, so Heiningens Bürgermeister Werner Gaude. Die Feuerwehr, die Sand von den Spielplätzen in Heiningen und am Kindergarten Oderwald in Säcke füllte, übernahm die Aufgabe. Letztlich sei das Gemeinschaftshaus so verschont geblieben, so Gaude.

Ins Jugendzentrum sei aber Wasser durch eine Wand eingedrungen. Der Schaden sollte am gestrigen Abend begutachtet werden. Geflossen war der Schlamm auch über einige Grundstücke. Zwischen Landsknecht und dem Friedhof setzte die Feuerwehr Sandsäcke zum Schutz vor weiteren Wassermassen.

Mehrfach war das Dorfgemeinschaftshaus bereits von Überflutung bedroht oder betroffen. Die Situation bewegt seit langem die Gemüter im Ort. Hintergrund ist laut Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Spier, dass im Rahmen von Straßenbauarbeiten der Graben an der Seite zum Oder in Höhe des Dorfgemeinschaftshauses weggefallen war.

Dies sei nach Freigabe der Autobahn 395 bis nach Flöthe notwendig geworden, um die Linksabbiegespur nach Börßum zu verbreitern. Als Lösung solle der Graben wieder gezogen werden, um Wasser, das vom Wald herunter kommt, abzufangen.

Mit den Landwirten, so Spier, seien Gespräche geführt worden. Sie seien bereit, die nötigen Flächen an die Gemeinde Heiningen zu verkaufen. Nach der Ernte im Herbst solle mit den Arbeiten begonnen werden. Die Ausführung übernehme das Straßenbauamt Goslar, die Unterhaltung des Grabens die Gemeinde.

In Heiningen gab es weitere Einsätze. Die Kreuzung zur Straße nach Flöthe war überflutet. Die Straße nach Schladen war bis 23.30 Uhr gesperrt. Bürgermeister Gaude berichtete von mindestens fünf voll gelaufenen Kellern.

Hauptstraße in Dorstadtwar überflutet

Die Hauptstraße in Dorstadt war nach Angaben von Bürgermeister Gerhard Joppe am Ortsausgang Richtung Ohrum ebenfalls überflutet. Ins Foyer des Dorfgemeinschaftshauses sei Wasser gelaufen.

Kritisch war die Situation in Groß Flöthe. Nach Angaben von Bürgermeister Hans-Dieter Bassy hatten die Regenmassen am Oder und in Klein Flöthe die Fuhse innerhalb einer halben Stunde um fast 60 Zentimeter ansteigen lassen.

Im Verlauf der Fuhse staute sich das Wasser dann in Groß Flöthe vor einer Brücke an der Maistraße. Flächen an der Pfarrwiese und Damm drohten voll zu laufen. Unter Leitung von Jörg Haase habe die Feuerwehr sehr gute Arbeit geleistet und mit zwei Pumpen das Wasser in einen benachbarten Graben befördert.

In Klein Flöthe ist laut Bassy die Lindenstraße mit Wasser vom Feld überspült worden. In Cramme gab es Alarmierungen für die Straße Im Winkel und an der Lobmachterschen Straße. Den letzten Wassereinsatz der Nacht im Oderwald gab es um 2.30 Uhr in Groß Flöthe. Der Samtgemeindebürgermeister dankte allen Wehren. "Alles hat bestens geklappt."

Hornburg: Blitzschlag legt Schulglocke lahm

Nach Einschätzung von Schladens Gemeindebrandmeister Wolfgang Hattwig habe das Unwetter in der Samtgemeinde Schladen keine so dramatischen Auswirkungen gehabt. "Allerdings riefen viele Leute die Feuerwehr an", so Hattwig.

Einen detaillierten Überblick über die Lage verschaffte sich noch am Abend Schladens Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert. "Insgesamt gab es für die Feuerwehren zehn Einsätze. Ein Schwerpunkt war Werlaburgdorf", sagte Memmert.

Im dortigen Dorfgemeinschaftshaus drückte ein Wasser-Schlamm-Gemisch durch die Bodenabläufe, weil das Kanalsystem überlastet gewesen sei. "Es hat in einer Stunde rund 75 Millimeter auf den Quadratmeter geregnet", so der Samtgemeindebürgermeister. Mehrere Straßen in Werlaburgdorf seien mit Schlamm verunreinigt worden.

In Hornburg habe die Feuerwehr auf dem Areal eines Supermarktes einen verstopften Gully auspumpen müssen. Durch einen Blitzschlag sei es in der Grundschule Hornburg zu einem Überspannungsschaden gekommen. Die Schulglocke und die Telefonanlage seien ausgefallen. Im Stadtbad Hornburg sei die gesamte Technik ausgefallen. Memmerts Fazit: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen." Sein Dank galt den Feuerwehrleuten.

von www.newsclick.de
Bilder:


© 2007 - Freiwillige Feuerwehr Börßum